Leidig
Zeitzeitzeit. Zu wenig, wie immer. Einen Tag mehr Wochenende, für Dinge, die gemacht werden wollen und nicht müssen.
Ein Tag mehr Leben zu leben.
Warum verbraucht Kleinkram mehr Zeit als die wichtigen Dinge im Leben?
Ein Tag mehr Wirklichwichtig.
Vielleicht reicht auch schon eine Stunde.
Im Stundenglas verrinnt das Schlaflos in Seattle genau so wie das Hungrig in San Francisco und das Zeit-los in Stuttgart.
Hier möchte man wohl einen Tag mehr Wochenende für Dinge, die gemacht werden müssen, weil man sie eben so macht.
Würden sie auch gemacht werden müssen, weil man sie eben so macht, auch wenn am Montag um 8.12 Uhr morgens die Welt aufhören würde?
In Stuttgart vermutlich schon. In mir nicht. Aber auch ohne Weltende nicht.
Was macht man in fünf Jahren? Eine Menge Zeit für wichtiges Ungewichtiges und viel zu wenig, um den Rest seines Lebens zu er- und ver- und be-leben. Nur über-leben könnte ein Problem darstellen. Hat sich jemand selbst überlebt?
Wenn ja, wie oft schon?
Sieben Leben soll eine Katze haben. Warum nur so wenige? Für all das, was man im Leben er-leben kann, sind sieben Leben zu wenig Zeit. Ein Bruchteil eines Tropfens in der unendlichen Unzeitlichkeit.
So wenig Zeit zu bekommen ist unfair. Wie viel hat man schon verpasst, nur weil man noch nicht geboren war in dem aktuellen Bewusstsein! Wo kann man reklamieren? Wo beschweren, dass man erst jetzt leben darf?
Völlig unverständlich, dass jemand seine Zeit absichtlich abkürzt, auch wenn ich mich immer wieder frage (und vermutlich noch eine ganze Zeit lang (haha) fragen werde), wie es sich anfühlt, wenn man mit 220 Sachen ein Brückengeländer durchbricht und anfängt zu fliegen oder gegen eine Mauer donnert.
Das Zeitliche gesegnet.
Wie soll das gehen?
Das Zeitliche gekürzigt, oder gekündigt, das wäre ehrlicher.
Sehr geehrte Damen oder Herren,
hiermit kündige ich fristlos das Zeitliche. Ein eventuell vorhandenes Guthaben bitte ich auf meine Schwarzinkarnation in der Schweiz zu übertragen.
Wenn das mit irgendwelchen Geldern funktioniert, warum nicht auch mit Zeilichem.
Was für Zinsen es wohl geben mag...
Sehr geehrte Frau Sommer,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass ihre Kündigung nicht fristlos akzeptiert werden kann, da Ihre Mutter dies bei Ihrer Geburt nicht auf der Lebensanmeldung angekreuzt hatte. Da Sie uns als Kundin aber wichtig sind, möchten wir Sie zu einer Wiederbelebung auf der Intensivstation einer Klinik Ihrer Wahl einladen. Sollte Ihnen unser Vorschlag zum Weiterleben nicht entgegen kommen, können Sie natürlich eine fristgerechte Kündigung aussprechen. Bitte beachten Sie, dass tödliche Krankheiten eine Mindestlaufzeit von drei Monaten haben.
Mit freundlichen Grüßen
Dieser Brief wurde maschinell erstellt und bedarf zur Gültigkeit keiner Unterschrift
Ein Tag mehr Leben zu leben.
Warum verbraucht Kleinkram mehr Zeit als die wichtigen Dinge im Leben?
Ein Tag mehr Wirklichwichtig.
Vielleicht reicht auch schon eine Stunde.
Im Stundenglas verrinnt das Schlaflos in Seattle genau so wie das Hungrig in San Francisco und das Zeit-los in Stuttgart.
Hier möchte man wohl einen Tag mehr Wochenende für Dinge, die gemacht werden müssen, weil man sie eben so macht.
Würden sie auch gemacht werden müssen, weil man sie eben so macht, auch wenn am Montag um 8.12 Uhr morgens die Welt aufhören würde?
In Stuttgart vermutlich schon. In mir nicht. Aber auch ohne Weltende nicht.
Was macht man in fünf Jahren? Eine Menge Zeit für wichtiges Ungewichtiges und viel zu wenig, um den Rest seines Lebens zu er- und ver- und be-leben. Nur über-leben könnte ein Problem darstellen. Hat sich jemand selbst überlebt?
Wenn ja, wie oft schon?
Sieben Leben soll eine Katze haben. Warum nur so wenige? Für all das, was man im Leben er-leben kann, sind sieben Leben zu wenig Zeit. Ein Bruchteil eines Tropfens in der unendlichen Unzeitlichkeit.
So wenig Zeit zu bekommen ist unfair. Wie viel hat man schon verpasst, nur weil man noch nicht geboren war in dem aktuellen Bewusstsein! Wo kann man reklamieren? Wo beschweren, dass man erst jetzt leben darf?
Völlig unverständlich, dass jemand seine Zeit absichtlich abkürzt, auch wenn ich mich immer wieder frage (und vermutlich noch eine ganze Zeit lang (haha) fragen werde), wie es sich anfühlt, wenn man mit 220 Sachen ein Brückengeländer durchbricht und anfängt zu fliegen oder gegen eine Mauer donnert.
Das Zeitliche gesegnet.
Wie soll das gehen?
Das Zeitliche gekürzigt, oder gekündigt, das wäre ehrlicher.
Sehr geehrte Damen oder Herren,
hiermit kündige ich fristlos das Zeitliche. Ein eventuell vorhandenes Guthaben bitte ich auf meine Schwarzinkarnation in der Schweiz zu übertragen.
Wenn das mit irgendwelchen Geldern funktioniert, warum nicht auch mit Zeilichem.
Was für Zinsen es wohl geben mag...
Sehr geehrte Frau Sommer,
leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass ihre Kündigung nicht fristlos akzeptiert werden kann, da Ihre Mutter dies bei Ihrer Geburt nicht auf der Lebensanmeldung angekreuzt hatte. Da Sie uns als Kundin aber wichtig sind, möchten wir Sie zu einer Wiederbelebung auf der Intensivstation einer Klinik Ihrer Wahl einladen. Sollte Ihnen unser Vorschlag zum Weiterleben nicht entgegen kommen, können Sie natürlich eine fristgerechte Kündigung aussprechen. Bitte beachten Sie, dass tödliche Krankheiten eine Mindestlaufzeit von drei Monaten haben.
Mit freundlichen Grüßen
Dieser Brief wurde maschinell erstellt und bedarf zur Gültigkeit keiner Unterschrift
Cilia Sommer - 18. Feb, 02:50
