Italienisch für Pilze
Sie schwenkte die frischen Pfifferlinge in zerlassener Kräuterbutter und schob dann die kleingeschnittenen Schalotten in die Pfanne, als sie hörte, wie die Wohnungstür aufgeschlossen wurde. Sie lächelte. Gleich würde er in die Küche kommen, sie von hinten umarmen und ihren Nacken küssen.
Doch er blieb an die Küchentür gelehnt stehen. Sie drehte sich nicht um, spürte seine stummen Blicke. Warum kam er nicht zu ihr? Sie blieb am Herd und rührte in den Bandnudeln. Noch immer kein Wort von ihm. „Hey“, sagte sie leise über ihre Schulter hinweg. „Hm.“ Damit ging er ins Bad.
Sie hasste diese Situationen. Wie oft kam er nach Hause und war so mürrisch. Wenn sie nachhakte, dann war nie etwas passiert und er wäre doch gar nicht grantig.
Die Eieruhr in Form einer Zitrone klingelte.
Mit dem Daumen auf der Flaschenöffnung besprengte sie die Pfifferlinge mit Balsamico bianco und ging gedanklich alle möglichen Szenarien durch. Er hatte eine Andere! Ihr Arm drehte noch eine Runde über der Pfanne. Er könnte aber auch gefeuert worden sein und ginge trotzdem jeden Tag morgens aus dem Haus, hatte sie so etwas nicht mal in einem Film gesehen? Waren das jetzt schon drei oder vier Mal? Er muss eine Andere haben! Wieso sonst geht er auf einmal ins Fitnessstudio. Vielleicht geht er aber auch gar nicht in so eine Testosteronfabrik, sondern zu... Hör auf und frag ihn direkt. Wenn er sauer wird, hat er sich das selbst zuzuschreiben!
Sie hörte, wie er ins Schlafzimmer ging, verzupfte schnell noch einige Blättchen Basilikum und Minze über den Pilzen und goss die Nudeln ab. Wieso hatte die Eieruhr nicht geklingelt?
Ohne nochmals abzuschmecken richtete sie das Essen auf den großen, weißen Tellern an und platzierte sie auf dem Tisch. Er holte wie immer den Wein und setzte sich. Mit den Servietten in der Hand ging sie an ihm vorbei, streifte mit den Fingerspitzen seinen Rücken und nahm Platz.
Sie blickte ihn an, ein wenig neben die Augen, um seinem aufgesetzt normalen Blick nicht sehen zu müssen. „Wir müssen endlich reden.“
„Hm. Was ist?“ Er nahm Gabel und Messer in die Hände, legte sie wieder hin, sortierte sein Besteck und nahm es wieder hoch.
„Genau das. Du kommst mit einer Laune nach Hause, dass einem das Blut in den Adern gefriert, tust dann so, als ob alles in schönster Ordnung wäre und der Abend ist gelaufen. Das geht seit Wochen so!“
„Also erstmal bin ich nicht grummelig und zweitens: Ich bereite eben seit Wochen ein Projekt vor. Das braucht meine volle Aufmerksamkeit. Es soll ein voller Erfolg werden.“ Diesmal war er es, der ihren Blick umging.
„Aha.“ Sie blickte ihn forschend an.
„Ja“, sagte er fest und blickte direkt in ihre Augen.
„Das höre ich ja zum ersten Mal! Davon hast du noch nichts erzählt. Na denn mal los!“ Sie atmete erleichtert aus und ein Lächeln eroberte ihre Lippen. Fast gleichzeitig nahmen sie den ersten Bissen.
Sie kaute einige Male, schluckte und sagte: „Du… das ist… also das schmeckt…“
Er fiel ihr ins Wort: „ Ja, finde ich auch. Willst du mich heiraten und bestellen wir uns eine Pizza?“
Für Biggy
Doch er blieb an die Küchentür gelehnt stehen. Sie drehte sich nicht um, spürte seine stummen Blicke. Warum kam er nicht zu ihr? Sie blieb am Herd und rührte in den Bandnudeln. Noch immer kein Wort von ihm. „Hey“, sagte sie leise über ihre Schulter hinweg. „Hm.“ Damit ging er ins Bad.
Sie hasste diese Situationen. Wie oft kam er nach Hause und war so mürrisch. Wenn sie nachhakte, dann war nie etwas passiert und er wäre doch gar nicht grantig.
Die Eieruhr in Form einer Zitrone klingelte.
Mit dem Daumen auf der Flaschenöffnung besprengte sie die Pfifferlinge mit Balsamico bianco und ging gedanklich alle möglichen Szenarien durch. Er hatte eine Andere! Ihr Arm drehte noch eine Runde über der Pfanne. Er könnte aber auch gefeuert worden sein und ginge trotzdem jeden Tag morgens aus dem Haus, hatte sie so etwas nicht mal in einem Film gesehen? Waren das jetzt schon drei oder vier Mal? Er muss eine Andere haben! Wieso sonst geht er auf einmal ins Fitnessstudio. Vielleicht geht er aber auch gar nicht in so eine Testosteronfabrik, sondern zu... Hör auf und frag ihn direkt. Wenn er sauer wird, hat er sich das selbst zuzuschreiben!
Sie hörte, wie er ins Schlafzimmer ging, verzupfte schnell noch einige Blättchen Basilikum und Minze über den Pilzen und goss die Nudeln ab. Wieso hatte die Eieruhr nicht geklingelt?
Ohne nochmals abzuschmecken richtete sie das Essen auf den großen, weißen Tellern an und platzierte sie auf dem Tisch. Er holte wie immer den Wein und setzte sich. Mit den Servietten in der Hand ging sie an ihm vorbei, streifte mit den Fingerspitzen seinen Rücken und nahm Platz.
Sie blickte ihn an, ein wenig neben die Augen, um seinem aufgesetzt normalen Blick nicht sehen zu müssen. „Wir müssen endlich reden.“
„Hm. Was ist?“ Er nahm Gabel und Messer in die Hände, legte sie wieder hin, sortierte sein Besteck und nahm es wieder hoch.
„Genau das. Du kommst mit einer Laune nach Hause, dass einem das Blut in den Adern gefriert, tust dann so, als ob alles in schönster Ordnung wäre und der Abend ist gelaufen. Das geht seit Wochen so!“
„Also erstmal bin ich nicht grummelig und zweitens: Ich bereite eben seit Wochen ein Projekt vor. Das braucht meine volle Aufmerksamkeit. Es soll ein voller Erfolg werden.“ Diesmal war er es, der ihren Blick umging.
„Aha.“ Sie blickte ihn forschend an.
„Ja“, sagte er fest und blickte direkt in ihre Augen.
„Das höre ich ja zum ersten Mal! Davon hast du noch nichts erzählt. Na denn mal los!“ Sie atmete erleichtert aus und ein Lächeln eroberte ihre Lippen. Fast gleichzeitig nahmen sie den ersten Bissen.
Sie kaute einige Male, schluckte und sagte: „Du… das ist… also das schmeckt…“
Er fiel ihr ins Wort: „ Ja, finde ich auch. Willst du mich heiraten und bestellen wir uns eine Pizza?“
Für Biggy
Cilia Sommer - 23. Jul, 20:55
