Gewartet
Es ist schon fast eine Erleichterung, dass er endlich da ist, nach der langen Zeit meines Wartens. Der Moment der Depression, der Sehnsucht, der Erinnerung ist gekommen.
Eigentlich ist es mehr eine sehnsüchtige, depressivstimmende Erinnerung.
So viele Gerüche, Bilder, Töne, Gefühle strömen auf mich ein.
Die Obstbäume im Vinschgau auf dem Weg zum Karersee in den Dolomiten. Fast alles Apfelbäume. Schmale, hohe Metallpfosten alle paar Meter. Ein Bewässerungssystem, dessen Inhalt sich hin und wieder auf die Straße verirrt. Grüne Kunststoffkisten stehen an jeder Baumreihe meterhoch aufgestapelt. Eine Sorte entdeckte ich dort. Dunkellilafarbene Äpfel mit einem so saftigen Fleisch. Einfach nur saftig, nicht mehlig oder pappig. Reinbeißen und ein klar abgegrenztes Stück sehen.
Der Sand vom Norderneyer Nord-Ost-Strand ist so fein, aber nicht strahlend weiß. Auch wenn es so auf den Postkarten und seltsamerweise sogar auf meinen Fotos so aussieht. Ich weiß aber genau, dass der Sand nicht weiß ist. Zwei Komma drei Meter vor meinen Augen steht ein Glas mit dem Sand. Eben habe ich nach ein paar Klicks erfahren, dass nächste Woche sogar noch einige Unterkünfte auf der Insel frei sind. Das reißt an mir.

Maxglan hat es mir angetan. Als Wort. Es ist ein Stadtteil von Salzburg. Und da habe ich mich in den Zwerglgarten verliebt. Ich zähle eindeutig nicht zu den Zwergln, nachdem ich ein Vergleichsfoto bekam. Immerhin. Maison de Plaisier in der Steingasse. Diese kleine Lampe über der Tür. Scheint gusseisern zu sein mit eingelassenen Herzen und rotem Glas. Kitschig und passend und irgendwie rührend.

Und es könnte nun noch seitenweise weitergehen...
Warum mich das in eine seltsame Stimmung versetzt?
Weil ich einen Großteil meines Lebens zwischen Koffern und Umzugskisten verbringe. Oder verbracht habe. Vielleicht werde ich ja nun zu alt, um spätestens alle zwei Jahre umzuziehen. Es kribbelt mich. Fast vier Jahre lebe ich nun an diesem Ort und es ist eine so lange Zeit.
Vielleicht ist es einfach nur ungewohnt für mich, so lange an einem Ort zu sein. Ich fühle mich ganz wohl hier. Doch es gab in meiner Laufbahn (ha, wie wahr das Wort doch ist!) viele Orte, an denen ich mich wohl fühlte. So wohl, dass jede Erinnerung zwar schön, aber umso schmerzvoller ist, wenn ich an die Zeiten denke, die ich dort verbrachte.
Welcher Ort ist der, der mich am meisten prägte?
Bislang habe ich keine Antwort darauf.
Von welchem Ort konnte ich mich am schlechtesten trennen, welcher Ort spukt in mir? Eindeutig: Bremen.

Eigentlich ist es mehr eine sehnsüchtige, depressivstimmende Erinnerung.
So viele Gerüche, Bilder, Töne, Gefühle strömen auf mich ein.
Die Obstbäume im Vinschgau auf dem Weg zum Karersee in den Dolomiten. Fast alles Apfelbäume. Schmale, hohe Metallpfosten alle paar Meter. Ein Bewässerungssystem, dessen Inhalt sich hin und wieder auf die Straße verirrt. Grüne Kunststoffkisten stehen an jeder Baumreihe meterhoch aufgestapelt. Eine Sorte entdeckte ich dort. Dunkellilafarbene Äpfel mit einem so saftigen Fleisch. Einfach nur saftig, nicht mehlig oder pappig. Reinbeißen und ein klar abgegrenztes Stück sehen.
Der Sand vom Norderneyer Nord-Ost-Strand ist so fein, aber nicht strahlend weiß. Auch wenn es so auf den Postkarten und seltsamerweise sogar auf meinen Fotos so aussieht. Ich weiß aber genau, dass der Sand nicht weiß ist. Zwei Komma drei Meter vor meinen Augen steht ein Glas mit dem Sand. Eben habe ich nach ein paar Klicks erfahren, dass nächste Woche sogar noch einige Unterkünfte auf der Insel frei sind. Das reißt an mir.

Maxglan hat es mir angetan. Als Wort. Es ist ein Stadtteil von Salzburg. Und da habe ich mich in den Zwerglgarten verliebt. Ich zähle eindeutig nicht zu den Zwergln, nachdem ich ein Vergleichsfoto bekam. Immerhin. Maison de Plaisier in der Steingasse. Diese kleine Lampe über der Tür. Scheint gusseisern zu sein mit eingelassenen Herzen und rotem Glas. Kitschig und passend und irgendwie rührend.

Und es könnte nun noch seitenweise weitergehen...
Warum mich das in eine seltsame Stimmung versetzt?
Weil ich einen Großteil meines Lebens zwischen Koffern und Umzugskisten verbringe. Oder verbracht habe. Vielleicht werde ich ja nun zu alt, um spätestens alle zwei Jahre umzuziehen. Es kribbelt mich. Fast vier Jahre lebe ich nun an diesem Ort und es ist eine so lange Zeit.
Vielleicht ist es einfach nur ungewohnt für mich, so lange an einem Ort zu sein. Ich fühle mich ganz wohl hier. Doch es gab in meiner Laufbahn (ha, wie wahr das Wort doch ist!) viele Orte, an denen ich mich wohl fühlte. So wohl, dass jede Erinnerung zwar schön, aber umso schmerzvoller ist, wenn ich an die Zeiten denke, die ich dort verbrachte.
Welcher Ort ist der, der mich am meisten prägte?
Bislang habe ich keine Antwort darauf.
Von welchem Ort konnte ich mich am schlechtesten trennen, welcher Ort spukt in mir? Eindeutig: Bremen.

Cilia Sommer - 27. Sep, 22:59
