Altes

Samstag, 19. Januar 2008

Vernichtungsschlag

Bye bye Baby.
Auch wenn du hier nicht mal den Atemzug einer Erwähnung deines Daseins verdient hast, so berichte ich dennoch über die Beerdigung deiner sch[m]alen Reste zwischen all dem anderen Hausmüll, den meine Nachbarn produzieren.
Dein Kaffeebecher wehrte sich nicht gegen meinem 50er Hammer.
Deine T-Shirts erstachen sich an der spitzen Metallschere, um dem tristen Dasein in der Altkleidersammlung zu entgehen.
Deine Zahnbürste durfte einen langen sauberen Blick unter den Kloschüsselrand werfen.
Die 18kt-Goldfeder mit Platinintarsien deines sackteuren Füllers mit dem weißen Stern auf der Kappe piekste kleine Markierungslöcher in die Wand und hat ihre Breite von 0,7mm auf stattliche 2cm erweitert.

Ein Lebewohl ist nicht angebracht für dich. Ein "Sieche in deinem Sumpf" vielleicht schon eher.
Aber eigentlich bist du es nicht wert. Nichts von dir und nichts an dir.

Samstag, 8. Dezember 2007

Freitag-Abend-Beschäftigung

0:20
Nachdem ich von Lotto-Jackpot satte 9,20€ abbekam, leiste ich mir statt einer Datenrettung irgendwas anderes und nun ziehe ich alle verfügbaren MP3-Cds auf Platte.
Erstaunlich, was da so alles rauskommt...
Eine CD kann ich grad nicht rippen, weil ich mich vom 90er Jahre Sound des Dance-Trance-Einheitsbrei nicht losreißen kann.
Dank an Pia, beim letzten Besuch in Hessen hab ich mir unter Sentimentalitätsanfällen den Kram kopiert. Danke Pia!

0:28
Nein, ich schäme mich nicht! Ich gebe voll zu, dass ich noch immer "Hypnotic Tango" von (muah) Master Blaster gut finde. Ja! Noch immer!

0:33
Luniz - I got 5 on it (Saugeile Zeit, damals... noch jung und knackig und durchtanzte Sonntagnächte, und als die Disco gegen 6 Uhr morgens schloss, fuhr ich zur Physio-Schule... 12 Jahre her inzwischen. Meine Kollegen weckten mich im Schlingentisch rechtzeitig zur Mittagspause.)

1:08
Mein Hochzeitslied gefunden! Da frage ich mich doch glatt, warum ich bei der Scheidung keinen Song hatte...

1:35
Bei ABBA angekommen.

2:10
Und Bon Jovi.

Donnerstag, 27. September 2007

Gewartet

Es ist schon fast eine Erleichterung, dass er endlich da ist, nach der langen Zeit meines Wartens. Der Moment der Depression, der Sehnsucht, der Erinnerung ist gekommen.
Eigentlich ist es mehr eine sehnsüchtige, depressivstimmende Erinnerung.
So viele Gerüche, Bilder, Töne, Gefühle strömen auf mich ein.
Die Obstbäume im Vinschgau auf dem Weg zum Karersee in den Dolomiten. Fast alles Apfelbäume. Schmale, hohe Metallpfosten alle paar Meter. Ein Bewässerungssystem, dessen Inhalt sich hin und wieder auf die Straße verirrt. Grüne Kunststoffkisten stehen an jeder Baumreihe meterhoch aufgestapelt. Eine Sorte entdeckte ich dort. Dunkellilafarbene Äpfel mit einem so saftigen Fleisch. Einfach nur saftig, nicht mehlig oder pappig. Reinbeißen und ein klar abgegrenztes Stück sehen.
Der Sand vom Norderneyer Nord-Ost-Strand ist so fein, aber nicht strahlend weiß. Auch wenn es so auf den Postkarten und seltsamerweise sogar auf meinen Fotos so aussieht. Ich weiß aber genau, dass der Sand nicht weiß ist. Zwei Komma drei Meter vor meinen Augen steht ein Glas mit dem Sand. Eben habe ich nach ein paar Klicks erfahren, dass nächste Woche sogar noch einige Unterkünfte auf der Insel frei sind. Das reißt an mir.
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Maxglan hat es mir angetan. Als Wort. Es ist ein Stadtteil von Salzburg. Und da habe ich mich in den Zwerglgarten verliebt. Ich zähle eindeutig nicht zu den Zwergln, nachdem ich ein Vergleichsfoto bekam. Immerhin. Maison de Plaisier in der Steingasse. Diese kleine Lampe über der Tür. Scheint gusseisern zu sein mit eingelassenen Herzen und rotem Glas. Kitschig und passend und irgendwie rührend.
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Und es könnte nun noch seitenweise weitergehen...
Warum mich das in eine seltsame Stimmung versetzt?
Weil ich einen Großteil meines Lebens zwischen Koffern und Umzugskisten verbringe. Oder verbracht habe. Vielleicht werde ich ja nun zu alt, um spätestens alle zwei Jahre umzuziehen. Es kribbelt mich. Fast vier Jahre lebe ich nun an diesem Ort und es ist eine so lange Zeit.
Vielleicht ist es einfach nur ungewohnt für mich, so lange an einem Ort zu sein. Ich fühle mich ganz wohl hier. Doch es gab in meiner Laufbahn (ha, wie wahr das Wort doch ist!) viele Orte, an denen ich mich wohl fühlte. So wohl, dass jede Erinnerung zwar schön, aber umso schmerzvoller ist, wenn ich an die Zeiten denke, die ich dort verbrachte.
Welcher Ort ist der, der mich am meisten prägte?
Bislang habe ich keine Antwort darauf.
Von welchem Ort konnte ich mich am schlechtesten trennen, welcher Ort spukt in mir? Eindeutig: Bremen.
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Donnerstag, 19. Juli 2007

Verformt



geradlinig verzerrt
ist die Welt
aufrecht
erscheine ich

Bildquelle: Birgit Frotscher
Text: C. Sommer

Sonntag, 1. Juli 2007

Tick/Tack

Die Uhr liegt auf dem Boden, als ich nach Hause komme. Kein gesplittertes Glas. Ich kniee neben sie und schaue sie an.
Tick.
Weißt du noch? Zwischen Buchhandlung und Bahnhof ein Kaffee.
Tick.
Der Minutenzeiger zittert.
Wohlig neben dir eingeschlafen.
Tick.
So verschieden und so gleich im Inneren.
Der Stundenzeiger bewegt sich nicht mehr.
Tick.
Verschwörerisches Grinsen beim Kauf von wasserfesten Stiften.
Tick.
Du hast mich nicht mehr verstanden und ich dich nicht.
Tick. Der Sekundenzeiger kämpft.
Tack

Donnerstag, 28. Juni 2007

Ich

Ich werde dir nicht sagen, dass ich dich vermisse.
Ich werde dir auch nicht sagen, wie sehr ich friere, innerlich, wenn der Platz neben mir leer ist.
Ich werde dir auch nicht zeigen, dass es mich nach dir dürstet.
Und dass du mein Hiersein erhellst, werde ich ebenso im Dunklen lassen.
Und weil dein Ich geblieben ist, weißt du, dass ich dich liebe.

Sonntag, 17. Juni 2007

Spuren

Ich möchte keinen Menschen mehr begegnen, die Spuren in meinem Herz hinterlassen.
Es fühlt sich schon so ausgelatscht an.

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Total bocklos
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ja, schön!
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Cilia Sommer - 12. Jul, 12:29
Na ja, in manchen Dingen...
Na ja, in manchen Dingen bin ich halt ein wenig "altmodisch"...
patsy26 - 11. Jul, 19:34

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Zuletzt aktualisiert: 22. Jul, 22:58

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